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Foto: P. Stollenwerk  
Unterbringung dezentraler

Von: P. St.
30. April 2018

Nur noch ein Viertel der Simmerather Asylbewerber auf Langschoß

Intensiv mit der Situation der Flüchtlinge in der Gemeinde Simmerath beschäftigt sich auch der Sozialbericht 2017, den die Gemeindeverwaltung jetzt dem Generationen-, Schul- und Sozialausschuss vorlegte. Bis zu 200 Personen werden in Spitzenzeiten vom Sozialamt betreut.

Bei der Unterbringung der Flüchtlinge hat sich das Bild in den letzten Jahren stark gewandelt. Nur noch rund ein Viertel der Asylbewerber, die der Gemeinde Simmerath zugewiesen werden, sind aktuell in der Sammelunterkunft Langschoß im Lammersdorfer Wald untergebracht. Das sind 30 an der Zahl. Die anderen Flüchtlinge sind in verschiedenen Dörfern untergebracht.

Zur Situation der Asylbewerber erläuterte Sozialamtsleiterin Monika Johnen, dass die Unterkunft Langschoß unverzichtbar sei. Wohnraum für Flüchtlinge von Privateigentümern in der Gemeinde Simmerath anzumieten, sei meistens ein schwieriges Unterfangen, da die Vermieter in der Regel bestimmte Anforderungen an den Personenkreis stellen würden.

Im Austausch mit Arbeitskreis

In der Sitzung begrüßte Gisela Kampshoff-Enderle (Grüne) die Entwicklung, dass immer mehr Asylbewerber dezentral untergebracht würden. Günter Scheidt (CDU) erwähnte in diesem Zusammenhang auch das hohe ehrenamtliche ehrenamtliche Engagement der rund 25 Aktiven im Arbeitskreises Langschoß. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns wies auf den regelmäßigen Austausch zwischen Arbeitskreis und Gemeindeverwaltung hin. Die Anregungen aus den Reihen des Arbeitskreises nehme man „sehr ernst“. Zuletzt sei beispielsweise vorgeschlagen worden, im Bereich Langschoß zusätzliche Straßenbeleuchtung zu installieren und außerdem dort eine Mitfahrerbank zu errichten.

Franz-Josef Hammelstein (SPD) meinte grundsätzlich zum aktuellen Sozialbericht, dass dessen Form der Darstellung „etwas zu kurz gesprungen“ sei. Er wünsche sich auch eine stärkere Einbeziehung der Wohlfahrtsverbände, damit der Bericht ein umfassenderes Bild abgebe. (P. St.)

Unterkunft Langschoß wird zum Langzeit-Streitthema
Von: P. St.
25. April 2018

Ein kommunalpolitischer Dauerbrenner in der Gemeinde Simmerath: Die Unterkunft Langschoß ist immer wieder Thema grundsätzlicher Auseinandersetzungen zur Flüchtlingsunterbringung.

Die Flüchtlingsunterkunft Langschoß bleibt ein Langzeit-Streitthema. Die Einrichtung der Gemeinde Simmerath, abgeschieden im Lammersdorfer Wald gelegen, ist ein echter politischer Dauerbrenner, der immer wieder emotionale politische Debatten über alternative Unterbringungsmöglichkeiten auslöst.

Erneut emotional geprägt war das Diskussionsklima jetzt auch in der Sitzung des Simmerather Sozialausschusses. Auslösendes Moment war ein Antrag der SPD-Fraktion „zur Einrichtung eines Arbeitskreises für die Entwicklung eines Konzeptes zur Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern in der Gemeinde Simmerath“. Ziel dieses Arbeitskreises sollte es sein, die Lebenssituation der Asylbewerber und deren Integration zu verbessern.

Gemeindeverwaltung, Ratsparteien und der seit bereits zwei Jahren bestehende Arbeitskreis Langschoß sollten eingebunden werden, hieß es weiter im Antrag. Die Organisation des Arbeitskreises sollte durch die Gemeindeverwaltung Simmerath übernommen werden. „Das Wichtigste ist, dass Integration stattfindet“, erläuterte Franz-Josef Hammelstein in der Sitzung noch einmal den Antrag seiner Fraktion. Bisher reagiere man in Simmerath immer nur auf die Flüchtlingssituation, „aber ein Plan fehlt“.

Was als Initiative gut gemeint klang, stieß aber bei der Mehrheitsfraktion auf wenig Verständnis. „Es bringt uns nicht weiter, wenn eine Partei immer wieder die Situation in Langschoß negativ darstellt“, kritisierte Günter Scheidt (CDU) den Antrag. Die Arbeit des bereits existierenden Arbeitskreises und des Sozialamtes sehe er sehr wohl als planvoll.

Er warne vor „gigantischen Kosten“ für eine neue Unterkunft, wobei man feststellen müsse, dass aktuell von den 120 in der Gemeinde Simmerath lebenden Asylbewerbern nur noch 30 in Langschoß lebten, und die anderen Personen in den Dörfern lebten. Wiederholt forderte Scheidt die SPD-Fraktion auf, alternative Standorte für eine neue Flüchtlingsunterkunft konkret zu benennen.

Offen für die Gründung eines Arbeitskreises zeigte sich Gisela Kampshoff-Enderle (Grüne). „Das wäre einen Versuch wert“, meinte sie, und auch Helmut Keischgens (UWG) betrachtete den Antrag als „sinnvoll“. Ein Arbeitskreis könnte viele Fragen klären. Dieser Auffassung schloss sich auch Pastor Volker Böhm, beratendes Mitglied im Ausschuss, an. Ein Arbeitskreis habe die Chance, „ohne politische Spitzen alle Möglichkeiten durchzuspielen“.

Wie die Arbeit mit Flüchtlingen in der Praxis aussieht, machte Sozialamtsleiterin Monika Johnen deutlich. In der Regel erhalte die Verwaltung mit einer Woche Vorlaufzeit Kenntnis über die Zuweisung von Asylbewerbern. „Da müssen wir kurzfristig reagieren.“ Aus ihrer Sicht habe es „Hand und Fuß“, wie man mit der Situation umgehe. Langschoß sei als erste Anlaufstation eine gute Lösung.

Emotional und verärgert reagierte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auf den SPD-Antrag. Er wehre sich dagegen, dass die SPD immer wieder durch ihre Anträge suggeriere, „dass die Flüchtlinge in der Gemeinde Simmerath nicht gut betreut werden“. Die Unterkunft Langschoß sei unverzichtbar. Auch der Bürgermeister forderte die SPD zum wiederholten Male auf, alternative Standorte für eine zentrale Unterbringung zu benennen. Wenn beabsichtigt sei, die Verwaltung mit der Organisation des Arbeitskreises zu befassen, dann gehe dies zu Lasten anderer Aufgaben, machte Hermanns unmissverständlich klar.

Verwundert zeigte sich Renate Scheidt (CDU). Sie gehöre selbst dem Arbeitskreis Langschoß an. Durch den Antrag fühlten sich ehrenamtliche Helfer „vor den Kopf gestoßen. Bernd Goffart (CDU) warf der SPD vor, dass der Antrag lediglich als „politisch-taktisches Manöver“ gedacht sei. Es bedürfe keines weiteren Arbeitskreises, denn er kenne keine Kommune in der Städteregion, in der soviel Flüchtlinge dezentral wie in Simmerath untergebracht seien. Aus seiner beruflichen Erfahrung wisse er zudem, dass dezentrale Unterbringung nicht automatisch die bessere Lösung sei.

Franz-Josef Hammelstein machte noch einmal deutlich, dass man Langschoß weder abschaffen noch schlecht reden wolle, aber langfristig seien neue Konzepte erforderlich. Allein darum solle es im Arbeitskreis gehen.

Dennoch wurde am Ende der langen Debatte der SPD-Antrag mit 8:7-Stimmen abgelehnt.

Auf Anfrage der Lokalredaktion sagte Heinrich Lepers aus Rott vom Arbeitskreis Langschoß, dass man über den SPD-Antrag informiert gewesen sei, und die im Antrag geforderte Einrichtung eines Arbeitskreises grundsätzlich begrüßt hätte.

Quelle: Eifeler Zeitung

In der zentralen Flüchtlingsunterkunft Langschoß sind aktuell 27 Bewohner untergebracht. Diese Situation wird sich aber bald ändern: Für Mitte April ist der Gemeinde Simmerath die Zuweisung von 30 neuen Flüchtlingen, die dann in der Sammelunterkunft untergebracht werden, angekündigt worden.
Von: P. St.
14. Februar 2018

Dass die Flüchtlingsunterkunft Langschoß, gut zwei Kilometer außerhalb von Lammersdorf und mitten in einem weitläufigen Fichtenbestand gelegen, nicht gerade der ideale Standort für die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen ist, zweifelt wohl niemand an.

Auch bei den Simmerather Kommunalpolitikern herrscht Einigkeit darüber, dass die abgelegene ehemalige Kaserne, die mit 585 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung in der Gemeinde Simmerath darstellt, ihre Nachteile hat und bestimmt auch kein Aushängeschild für die optimale Unterbringung von Flüchtlingen ist.

50.000 Euro für Baumaßnahmen

Über die Frage, wie nun weiter mit der Unterkunft verfahren soll, gehen die Meinungen in den Fraktionen allerdings weit auseinander. Dies wurde auch bei der jüngsten Sitzung des Simmerather Gemeinderates wieder deutlich als es um die Frage ging, ob im Haushaltsplan 2018 weitere Mittel für die Instandsetzung des Gebäudekomplexes bereitgestellt werden sollen. Das wird der Fall sein: 50.000 Euro werden für Baumaßnahmen zur Verbesserung der Gebäude zur Verfügung stehen.

SPD und UWG scheiterten mit ihrem Antrag, das Geld besser in die Erstellung einer Gesamtkonzeption zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde Simmerath zu investieren. SPD-Sprecher Gregor Harzheim sah es als nicht sinnvoll an, Jahr für Jahr in das vom baulichen Zustand her stark sanierungsbedürftige Gebäude immer weiter zu investieren. Im vergangenen Jahr seien es 35.000 Euro für die energetische Sanierung gewesen, in diesem Jahr stünden 50.000 Euro für neue Fenster an, und für das Jahr 2021 seien 230.000 Euro für die Erneuerung von Dach und Außenfassade vorgesehen.

Daher fordere er die Bereitstellung von zunächst 30.000 Euro, um eine solche Konzeption in Auftrag zu geben, „die sowohl bauliche Aspekte wie auch die menschlich-sozialen Aspekte angemessen berücksichtigt“. Einem solchen Verfahren möchte man sich „ergebnisoffen“ stellen, betonte Harzheim. Auch ein Neubau, so hatte Harzheim bereits in der Sitzung des Hauptausschusses gesagt, sei dabei nicht ausgeschlossen.

Die Kritik am schlechten Zustand des Gebäudes aber wollte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns relativieren. In den vergangenen Jahren habe man einige Anstrengungen unternommen, um den baulichen Zustand des Gebäudes zu verbessern.

Offen blieb auch diesmal bei der Diskussion, wo eine neue Flüchtlingsunterkunft innerhalb der Gemeinde Simmerath ihren Standort haben sollte.

Auch die UWG, die ebenfalls die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für eine gesamte Konzeption beantragt hatte, wollte sich bei der Standortfrage nicht festlegen. UWG-Sprecher Reinhold Köller beließ es bei allgemeingültigen Aussagen: „Neben einem generellen Unterbringungskonzept müssen geeignete Gebäude gefunden bzw. entworfen werden. Es müssen Standorte gefunden werden, und es muss ein Konzept für die weitere Nutzung von Langschoß entwickelt werden.“ Nach Auffassung der UWG sei Langschoß „nicht der richtige Ort, um Menschen zu integrieren. Der Wald ist aus unserer Sicht eher geeignet für Windräder als für die Unterbringung von geflüchteten Menschen“. Daher sei Langschoß auch als adäquate und langfristige Unterbringungsmöglichkeit nicht geeignet.

Als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnete CDU-Fraktionssprecher Christoph Poschen den erneuten Antrag der SPD, die 50.000 Euro im Haushalt für die Erneuerung von Türen und Fenstern in Langschoß zu streichen.
Das Gebäude könne man nun wirklich nicht als „marode“ bezeichnen. „Die Geflüchteten können hier absolut angemessen untergebracht werden.“
Daher wolle man auch weiterhin das Gebäude baulich verbessern und dafür Mittel bereitstellen. Für Poschen stellte es sich als „widersprüchlich“ dar, wenn die SPD einerseits den Gebäudezustand kritisiere, andererseits aber Mittel für die Verbesserung des Gebäudezustandes ablehne.

Zur von der SPD angeregten Konzeption für die Unterbringung von Geflüchteten merkte Poschen an, dass auch bereits jetzt zahlreiche Personen dezentral im Gemeindegebiet untergebracht seien und man zweifellos in der Zukunft nicht ohne eine Sammelunterkunft auskommen werde. Der Vorschlag von SPD und UWG ergebe nur Sinn, wenn man sich von Langschoß als Unterkunft trennen wolle.

Poschen: Wenn man sich aber von Langschoß trennen möchte, müsse man anderswo eine Unterkunft für rund 50 Personen schaffen, doch die Möglichkeiten, wo eine neue Unterkunft entstehen könnte, seien „erkennbar limitiert“. Der CDU-Sprecher richtete die Erwartung an SPD und UWG, „den Bürgern einmal zu sagen, wie und vor allem wo sie sich eine solche Unterkunft vorstellen“.

Schon bei den Beratungen zum Haushalt 2017 habe man diese Frage an die SPD gerichtet und ein Jahr lang keine Antwort erhalten. In diesem Jahr werde der Antrag nun lediglich wiederholt, ohne dass die SPD ihre Vorstellungen „klipp und klar“ äußere.

 

Auch Klaus Stockschlaeder (Grüne) hielt nicht viel davon, zum jetzigen Zeitpunkt ein auswärtiges Büro mit einer teuren Planung zu beauftragen. „Das macht keinen Sinn“, sagte Stockschlaeder. Vorab müsse die Frage geklärt werden, wo man hin wolle und ob man sich vom Standort trennen wolle.

Neubau: „Kostenexplosion“

Schließlich räumte Bernd Goffart (CDU) mit der Vorstellung auf, dass ein Neubau für eine Unterkunft abgesehen vom Standort leicht zu machen sei. Goffart sagte eine „Kostenexplosion“ voraus , allein schon wegen der Tatsache, dass an die Baugenehmigung inzwischen immer die Bereitstellung eines Sicherheitsdienstes geknüpft sei.

Einige der Zwei-Personen-Zimmer wurden in den vergangenen Jahren wohnlicher hergerichtet , bekamen einen Anstrich, neue Fenster und neue Böden. Auch die Heizung des Gebäudes wurde bereits ausgetauscht Foto:H. Schepp

Quelle: Eifeler Zeitung


Eifeler Zeitung von 02.03.2018

Die SPD-Städteregionsfraktion mischt sich in Simmerather Themen ein
Was maßt sich die SPD der Städteregion an, den Beschluß der Simmerather Mehrheitsfraktion (CDU/Grüne) zu kritisieren. Wir weisen die Kritik als Einmischung in die Souveränität des Gemeinderates mit aller Entschiedenheit zurück.



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Letzte Änderung: 30-Apr-2018

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