Presse-Berichte

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April 2012

Quelle der Artikel, falls nicht besonders gekennzeichnet, Eifeler Zeitung.
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Inhalt/Themen
April 2012
Krankenhaus wieder gesund
Pumpspeicherkraftwerk
Haushalt 2012
Pumpspeicherkraftwerk




Simmerath

Krankenhaus in Simmerath ist wieder gesund

27.04.2012

Zu Gast im Krankenhaus Simmerath: Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, NRW-CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Josef Laumann, Schwester M. Gudrun, MdL Axel Wirtz, Eifelklinik-Geschäftsführer Dr. Ulrich Mauerer und stellv. Bürgermeister Bernd Goffart (v. li.). Foto: P. Stollenwerk

Vor vier Jahren stand der Fortbestand des Simmerather St. Brigida-Krankenhauses auf der Kippe. Es schien zeitweise so als hätte die letzte Stunde des 100 Jahre alten Hauses geschlagen.

3000 Bürger gingen im März 2008 auf die Straße, ein zäher Kampf begann, ehe einige Monate später der damalige NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mit finanzieller Hilfe des Landes eine Fortbestandsgarantie für das Haus gab. Kurz vor Weihnachten 2009 zogen sich die Malteser dann endgültig aus der Trägerschaft zurück.

Die Städteregion Aachen sollte als Retter in der Not einspringen, doch es kam anders. Die Artemed-Gruppe aus dem bayrischen Tutzing wurde als neuer Träger präsentiert, der dann im September 2010 die Arbeit vor Ort aufnahm.

Karl-Josef Laumann, nach dem Regierungswechsel 2010 jetzt Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, kehrte jetzt noch einmal nach Simmerath zurück. Begleiteten ihn bei seinem damaligen Besuch Spruchbänder und eine aufgebrachte Menge, so herrschte diesmal eine entspannte und freundschaftliche Atmosphäre.

CDU-Landtagsabgeordneter Axel Wirtz erinnerte bei dem Besuch daran, dass Laumann damals «den Durchbruch» geschafft habe und den Beginn einer guten Entwicklung für das Krankenhaus Simmerath eingeleitet habe. Wirtz lobte den «Geist des Hauses» und versicherte dem Träger, dass er in der Eifel angekommen sei.

In der Tat ist die Eifelklinik St. Brigida wieder gesund, wie man auch dem Lagebericht von Eifelklinik-Geschäftsführer Dr. Ulrich Mauerer entnehmen konnte. Man habe wieder Rückhalt in der Bevölkerung und bei den niedergelassenen Ärzten gefunden. Im ersten Jahr der Tägerschaft habe man 20 Prozent Leistungszuwachs erzielt und auch für 2012 sei eine ähnliche Steigerung zu erwarten.

Bei einer bundesweiten Umfrage der Techniker-Krankenkasse landete die Eifelklinik im Punkt Patientenzufriedenheit auf dem ersten Platz. «An diesem Anspruch», betonte Mauerer, wolle man weiterarbeiten.

Nachdem die ebenfalls im Aufwind befindliche Geburtshilfestation wie auch die Station IV umgebaut wurden, folgt in Kürze die Umgestaltung des Eingangs- und Empfangsbereiches. Zudem wolle man einen Antrag stellen, die bisherige Zahl der Pflegebetten (100) zu erhöhen.

Mauerer freute sich nicht zuletzt auch über die hohe Idenfikation der Mitarbeiter mit dem Krankenhaus. Bei der Übernahme des Hauses waren 195 Kräfte im Krankenhaus beschäftigt. Bis heute sind 70 neue Arbeitskräfte, darunter die inzwischen übernommenen auswärtigen Dienstleiter, hinzu gekommen.

Bei einem anschließenden Rundgand durch das Haus konnte sich Karl-Josef Laumann dann in Begleitung von Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und des Vorsitzenden des Krankenhaus-Fördervereins, Hubert Breuer, ein Bild von den zahlreichen Veränderungen machen.

Laumann erinnerte sich noch gut an die «kritische Phase» im Jahr 2008 «als die Krankenkassen dem Haus in Simmerath ein Ende bereiten wollten». Er habe damals in den Verhandlungen «unmissverständlich deutlich gemacht, dass wir dieses Krankenhaus wegen seiner großen Bedeutung in der ländlichen Fläche brauchen».

Beim Vorgänger-Träger habe er stets den Eindruck gehabt, dass er dieses Haus «wie einen Klotz am Bein» empfunden habe.

Die Artemed-Gruppe zeige aber, dass sich das Krankenhaus Simmerath sehr wohl wirtschaftlich führen lasse.


Quelle: Eifeler Zeitung

 

Schmidt

Pumpspeicherkraftwerk schlägt schon jetzt hohe Wellen

22.04.2012

Volles Haus verzeichneten die Ortsverbände Nideggen und Heimbach der Grünen, die zur Podiumsdiskussion in den Schmidter «Schützenhof» eingeladen hatten: Am Donnerstag füllten weit über 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger den Saal, als es um das Thema «Das Pumpspeicherkraftwerk am Rursee - Auswirkungen der Energiewende auf die Region» ging.

Das Thema Pumpspeicherkraftwerk schlägt schon vorab hohe Wellen: Zwischen Dr. Markus Hakes, Landrat Wolfgang Spelthahn, Gudrun Zentis, Oliver Krischer und Prof. Dr. Detlef Müller-Böling (v.l.) und über 200 Gästen entstand ein lebhaftes, aber konstruktives Gespräch. Foto: Anneliese Lauscher

Gudrun Zentis, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Nideggener Rat, begrüßte die vielen Gäste. Ständig mussten noch zusätzliche Tische und Stühle aufgestellt werden, Menschen aller Altersgruppen waren gekommen, um sich zu informieren. Auch den Vorstand der Stadtwerke Aachen, Dr. Peter Asmuth, die Bürgermeisterin von Nideggen, Margit Göckemeyer, sowie etliche Vertreter aus den Stadträten von Nideggen und Heimbach sah man unter den Zuhörern.

640 Megawattstunden Strom

Gudrun Zentis stellte zunächst die Teilnehmer der Gesprächsrunde vor: Dr. Markus Hakes, den Projektleiter von Trianel (dem Stadtwerkeverbund, der das Pumpspeicherkraftwerk plant) Wolfgang Spelthahn, den Landrat des Kreises Düren, der außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrates der rurenergie GmbH ist, Oliver Krischer, den energiepolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, und Prof. Detlef Müller-Böling, der der Gemeinschaft der Sportvereine Rursee e.V. vorsteht.

Dr. Hakes betonte, man stehe in einem ganz frühen Stadium der Planung, und nannte folgende Eckpunkte: 640 Megawattstunden Strom könne das zukünftige Speicherkraftwerk jeweils in sechs Stunden ins Netz einspeisen; der Rursee müsse für ein Jahr auf den extrem niedrigen Stand von 240 m abgelassen werden, damit man bauen könne. Wie der «Obersee» des Pumpspeicherkraftwerks im Buhlert aussehen werde, das wisse man zurzeit noch nicht genau. Er werde wahrscheinlich nicht eine gleichmäßige geometrische Form haben, da man die Bodenbeschaffenheit berücksichtigen müsse. «Er könnte die Form eines Nierentisches bekommen», meinte Dr. Hakes.

Anhand einer Skizze erläuterte Hakes die zu erwartenden Strömungen ausgangs der Bucht im Schilsbachtal. Dort wird das Wasser angesaugt, durch einen Tunnel in den Obersee gepumpt und später wieder abgelassen. Die Strömungsgeschwindigkeit beim Austritt betrage 0,5 Meter pro Sekunde. Dann träfe die Strömung auf eine Landzunge gegenüber und würde zurückgegeben mit 0,1 Meter pro Sekunde. Dr. Hakes stellte klar, dass bei einem so niedrigen Wasserstand wie im vorigen Herbst - am 24.11.2011 wurden 255 Meter gemessen - überhaupt nicht gepumpt würde.

Eine wirklich lebhafte Diskussion entwickelte sich, die Sorge um ihre wunderschöne Landschaft und Lebensqualität am Rursee sprach aus den Beiträgen der Besucher. Wie sich denn der Kreis Düren positioniere, wollte ein Bürger wissen. Landrat Spelthahn stellte klar, auf der einen Seite wolle man keine Atomkraft und keine Braunkohlekraftwerke mehr, sondern sehe Wasser als eine saubere Energie an. Und auf der anderen Seite gebe es eine Menge drängender Fragen der Menschen, die hier betroffen sind. «Der See ist die Hauptattraktion unserer Gegend», stellte der Landrat heraus, «wenn es nicht gelingt, zufriedenstellende Antworten auf die Bedenken vor allen Dingen in Bezug auf den Tourismus zu finden, müssen wir schweren Herzens nein sagen.» Ein Katalog von 120 Fragen sei an die Bezirksregierung gegangen.

«Was bleibt uns vom Verdienst?» wollte ein Schmidter wissen. Er hielt den Zuhörern vor Augen, dass rund 30 Hektar Wald abgeholzt würden, große Flächen würden versiegelt, es werde Sprengungen geben und gewaltige Transporte.

Gigantisches Projekt

Dr. Hakes gab zu, dass ein solcher Eingriff in die Natur durch eine «Güteabwägung» entschieden werden müsse, diese Entscheidung treffen Behörden. Die später erhobene Gewerbesteuer werde an alle Anrainergemeinden verteilt, hier gehe es um eine sechs- bis siebenstellige Summe. Beteiligen könne sich an dem gigantischen Projekt beispielsweise auch die rur-energie GmbH. Man strebe an, Arbeitsplätze und Aufträge gebietsnah zu vergeben, zehn Prozent der Investitionssumme werden erfahrungsgemäß im unmittelbaren Umfeld ausgegeben. Das sei bei 700 Millionen schon ein Batzen.

Das Ausmaß der Transporte bereitete einem Zuhörer Kopfzerbrechen: «Wie soll das Baumaterial zur Baustelle kommen? Es werden Riesenmengen an Sand und Kies benötigt. Sind Sie schon mal hinter einem Kiestransporter hergefahren?» fragte er. In der Tat wird es im Schilsbachtal während der Bauzeit Veränderungen geben, erfuhr er. Der Wanderweg zwischen Buhlert und der Bucht wird zu einem stabilen Transportweg umgebaut. Ob aber Materialien hauptsächlich über Nideggen, Brück und Schmidt dorthin gebracht werden, ist noch nicht klar.

In der Zwickmühle

Für die 4000 Menschen, die am Rursee Wassersport betreiben, formulierte Professor Müller-Böling, erhebliche Bedenken: Die Steg- und Slip-Anlagen seien nicht ausgelegt für einen Pegelhub von zwei Metern, man fürchte, dass man neue Anlage bauen müsse. Die Unterbrechung des Segelbetriebs für mindestens ein Jahr gefährde die Existenz mancher Segelclubs.

Oliver Krischer, den manche als überzeugten Ökologen und Vorsitzenden des Fördervereins Nationalpark Eifel in der Zwickmühle sahen, glaubt, dass kein Weg an Speicherkraftwerken vorbei geht. Er wies auf die guten Voraussetzungen am geplanten Standort hin, machte aber ebenfalls klar, dass Natur und Tourismus hier weiter eine Zukunft haben müssen. Zur Frage nach Trassenerweiterungen meinte er, man könne die bereits vorhandene Trasse durch den Nationalpark nutzen, wenn dies ohne weiteren Eingriff möglich sei «Das Leitungsnetz ist an der Grenze der Kapazität», sagte Oliver Krischer. Am 2. Mai ist ein weiterer Informationsabend in Simmerath.

Quelle: Eifeler Zeitung


Simmerath

Fortgesetztes Klagen über die Finanznot
Der Simmerather Gemeinderat verabschiedet einstimmig den Haushalt 2012. Trotz 2,8 Millionen Euro-Defizit noch Spielraum.

17.04.2012

Die Not ist groß. Seit Jahren schimpfen die Kommunen über die ihrer Meinung unzureichende finanzielle Ausstattung durch das Land. Das fortgesetzte Klagen über die Benachteiligung des ländlichen Raumes bestimmte auch die Haushaltsdebatte im Rat der Gemeinde Simmerath, die am Ende zumindest in einem Punkt keinen Grund zur Klage bot: Die fünf Fraktionen verabschiedeten den Etat 2012 einstimmig.

Das strukturelle Defizit von 2,8 Millionen Euro ließ zwar keine Freude aufkommen, aber im Vergleich zu vielen anderen Kommunen kann Simmerath die Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes vermeiden, so dass – wenn auch stark eingeschränkt – noch selbstbestimmter Handlungsspielraum vorhanden ist.

Der Haushalt 2012, von der Verwaltung streng an finanziellen Realitäten orientiert aufgestellt, bot wenig Raum für ausschweifende politische Auseinandersetzungen und auch Änderungsanträge blieben daher in den Schubladen.

CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer brachte es bei der Debatte am Dienstagabend auf den Punkt: „Der Haushalt bietet einen Kompromiss zwischen der Notwendigkeit zu sparen und der Absicht, die positive Entwicklung der Gemeinde Simmerath nicht zu bremsen.“

Offensichtlich werde aber im Haushalt 2012 die finanzielle Benachteiligung des ländlichen Raumes durch die rot-grüne Landesregierung. Erfreulich sei, dass in Simmerath große Investitionen zur Verbesserung der Lebensqualität jetzt zum Abschluss gebracht werden könnten. In Zukunft sei es geboten, jede einzelne Maßnahme auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen. Nicht mehr in Frage gestellt für 2013 werde der Ausbau der Straße Erkensruhr-Hirschrott und der Lindenstraße in Simmerath.

SPD-Fraktionssprecher Gregor Harzheim sah in der Vermeidung eines Haushaltsicherungskonzeptes einen positiven Effekt des Haushalts 2012, dennoch ändere dies nichts daran, dass die finanzielle Ausstattung der Gemeinde „unverändert unzureichend“ sei. Nicht abrücken wolle die SPD von der Forderung, dass Simmerath einen neuen Sportplatz brauche. Dieses Versprechen gegenüber der Hansa Simmerath müsse eingehalten werden; zur Einhaltung dieses Versprechens forderte Harzheim auch die Mehrheitsfraktion auf. Ein zentrales Thema für die Zukunft sei die Neuorganisation des Schulwesens. Die Sekundarschule Nordeifel müsse 2013 ihre Arbeit aufnehmen. Die schon einmal erfolgte Verschiebung habe beim Wahlverhalten der Schüler in Roetgen bereits negative Auswirkungen gezeigt.

FDP-Fraktionssprecher Hermann-Josef Bongard sah auch den positiven Effekt des Haushaltsplans darin, dass sich die Gemeinde die Freiheit zur Selbststimmung über ihre Finanzen erhalten habe. Wie die anderen Fraktionen auch, griff Bongard auch die Pläne für einen Neubau der Naturkundlichen Bildungsstätte am Bauernmuseum Lammersdorf auf. Zur Entscheidungsfindung sei es unerlässlich, zuvor eine Konzeption zu erstellen. Unzufrieden müsse man mit der derzeitigen Situation in Woffelsbach sein. Während die Dorferneuerungsmaßnahme ihrer Vollendung entgegen sehe, gebe es bei der „neuen Mitte“ kein richtiges Vorwärtskommen, was anscheinend an der personellen Unterbesetzung der Bauabteilung der Gemeinde liege.

Grünen-Sprecher Klaus Stockschlaeder sah im Etat 2012 „keine wirklichen Einsparmöglichkeiten.“ Die Forderung nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Kommunen sei gerechtfertigt, aber auch bei Bund und Land sehe man nur „in tiefe Schuldenlöcher.“ Auch eigene Anstrengungen in Simmerath dürften nicht fehlen. Der geplante Windpark Lammersdorfer Wald werde ab 2014 im Haushalt mit einer Einnahme von 450?000 Euro geführt. Sparen allein nütze nichts. Für den kommenden Haushalt werde man einige konkrete Vorschläge einbringen wie die Gemeinde ihre Einnahmen verbessern könne.

UWG-Sprecher Stephan Weber sah einen Haushalt, der Sparwillen zum Ausdruck bringe, allerdings müsse man in Zukunft bei Großprojekten wie bei der energetischen Sanierung der Hauptschule Simmerath strenger die Kosten-Nutzen-Relation betrachten. Verzichten solle man auch auf das Gutachten für eine nicht finanzierbare Naturkundliche Bildungsstätte. Zur Erzielung von Einnahmen dürfe es zu keiner weiteren Belastung der Bürger kommen.

Abschließend versicherte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, dass es in seiner Wahlzeit keinen Vorschlag der Verwaltung geben werde, die Steuern zu erhöhen. Im übrigen werte er die einstimmige Verabschiedung des Haushalts als „ein bemerkenswertes Ergebnis in schwierigen Zeiten.“ (P. St.)


Stellenplan nur von der Mehrheit getragen

Nicht so glatt wie die Verabschiedung des Haushaltes 2012 ging der Stellenplan der Verwaltung über die Bühne, der mit den Stimmen von der CDU/FDP-Mehrheit verabschiedet wurde. SPD und UWG stimmten dagegen, die Grünen enthielten sich.

Streitpunkt war die Erhöhung um 1,5 Stellen, die CDU-Sprecher Bruno Löhrer als „gerechtfertigt“ bezeichnete, da mehr Aufgaben auf die Verwaltung zukommen würden. Die steigende Belastung des Personals sah zwar auch SPD-Sprecher Gregor Harzheim, aber es sei nicht erkennbar, ob mit mehr Personal auch die Probleme gelöst würden. Außerdem zeigte er sich nicht einverstanden mit dem Verfahren, dass der Bürgermeister kurzfristig die neuen Stellen angemeldet habe.

Bürgermeister Hermanns entgegnete, dass er vor der Fraktionssitzung des Hauptausschusses seine Absichten zum Stellenplan bekundet habe.

„Die einstimmige Verabschiedung des Haushalts 2012 ist ein bemerkenswertes Ergebnis in schwierigen Zeiten.“ Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister Simmerath


Quelle: Eifeler Zeitung


Simmerath

Pumpspeicherkraftwerk Rursee:
Bauzeit soll ein Jahr nicht überschreiten


04.04.2012

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk Rursee soll einmal riesige Mengen an Wasser zur Stromerzeugung bewegen, aber ehe es soweit ist, bewegen die Bürger zunächst einmal zahlreiche Fragen, auf die es oft noch keine zufriedenstellenden Antworten gibt.

Wie lange wird der Rursee während der Bauphase trockengelegt? Wird die touristische Nutzung eingeschränkt? Wie stark schwankt der Rurseepegel? Wie wirken sich die Strömungen aus? Welchen Umfang genau nimmt das Oberbecken bei Strauch ein? Und: Was hat der Bürger eigentlich für einen Nutzen von einem Kraftwerk?

Antworten auf diese und andere Fragen, soweit dies in diesem frühen Stadium möglich ist, sollen bei einer in rund vier Wochen stattfindenden Bürgerinformationen gegeben werden.

Im Blickpunkt bei der Planung des Wasserkraftwerks Rursee: das Schilsbachtal bei Woffelsbach. Hier soll einmal der Entnahmeturm gebaut werden. Foto: P. Stollenwerk

Eine lebhafte Diskussion löste das Mammut-Projekt Pumspeicherkraftwerk (Leistung 650 Megawatt) im Zusammenhang mit der formal erforderlichen Änderung des Regionalplanes jetzt auch im Simmerather Planungsausschuss aus, und nach 100 Minuten Information und Austausch steht aus Sicht des Talsperrenbetreibers, dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) zumindest fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Planung keine Hinderungsgründe vorliegen, die zu einem Scheitern des Projektes führen würden. Der Stadtwerkeverbund Trianel als Bauherr des Kraftwerkes ist ernsthaft am Standort Rurtalsperre interessiert; derzeit wird in NRW aktuell nur noch ein weiteres Projekt im Regierungsbezirk Detmold ernsthaft verfolgt.

Auch seitens des Ausschusses zeigte man sich am Fortgang des Projektes interessiert, was in einem einstimmigen Beschluss zum Ausdruck kam. Allerdings hielt man auch fest, dass als Voraussetzung die touristische Nutzung des Rursees im bisherigen Umfang weiter möglich sein muss (hier denkt man vor allem an die Pläne für die Woffelsbacher Bucht) und die Bauzeit möglichst kurz gehalten werden soll. Mit einer transparenten Information der Bürger solle das Projekt begleitet werden.

Diese drei Punkte sind auch ganz im Sinne des WVER, wie Dipl.-Ing. Herbert Polczyk, beim Wasserverband zuständig für den Talsperrenbetrieb, in der Sitzung betonte. Auf die Anfrage der Trianel GmbH, die Rurtalsperre für erneuerbare Energien zu nutzen, war der WVER übrigens bestens vorbereitet, hatte doch unabhängig davon Anfang des vergangenen Jahres ein Treffen der NRW-Wasserverbände stattgefunden, um festzustellen, welche Gewässer im Lande für Pumpspeicherkraftwerke überhaupt geeignet wären.

Was man beim WVER somit schon weiß: Die drei Dammbauwerke des Rursees machen bei Pegelschwankungen ebenso wenig Probleme wie auch die Uferlinie. Das Strömungsverhalten würde sich verändern und sich in der Schilsbachbucht, wo der Entnahmeturm für die Beschickung des Oberbeckens bei Strauch gebaut werden soll, auf jeden Fall so stark auswirken, dass ungeübte Schwimmer hier den Rursee besser meiden. In diesem Bereich ist auch eine Aufwirbelung von Sediment zu erwarten. Nicht betroffen von diesen Strömungsbewegungen wäre die Woffelsbacher Bucht. Ein weitere Aufgabe sei es, so Polczyk, die Steganlagen zu optimieren.

Zum Thema Freizeit-Nutzung erinnerte Polczyk noch einmal an die Ursprungsfunktion der 1939 in Betrieb genommenen Talsperre. Der wasserwirtschaftliche Aspekt müsse immer im Vordergrund stehen, wenngleich der WVER die touristische Nutzung nach wie vor unterstützend begleite. Hier kommt dann auch die bereits emotional diskutierte Frage der Bauzeit ins Spiel.

Polczyk: «Auf die Talsperre als Hochwasserspeicher können wir nicht länger als ein Jahr verzichten.» Wilde Spekulationen gab es bereits um eine Mauer, die das Schilsbachtal vom übrigen See abtrennen und als Austauschbecken für das Kraftwerk dienen könnte. Da ein solches Projekt eine Bauzeit von bis zu fünf Jahren in Anspruch nehmen würde, wird diese mögliche Variante vom WVER erst gar nicht verfolgt.
Polczyk: «So lange können wir das Talsperrensystem nicht außer Betrieb nehmen.» Die Bauzeit von einem Jahr, beginnend nach dem Frühjahrshochwasser, könne allerdings nur ein Ziel sein. Außergewöhnlich schlechte Witterung würde die Phase verlängern. Problematisch mit einem Vollstau werde es auch dann, wenn sich der Bauphase direkt ein Trockenjahr anschließe.

Bruno Löhrer (CDU) begrüßte grundsätzlich die Planung, forderte aber die Trianel GmbH auf, darüber nachzudenken, wie entstehende wirtschaftliche Nachteile der Rurseenutzer ausgeglichen werden könnten.

Für Manfred Sawallich (SPD) ist von entscheidender Bedeutung, dass man offen sein müsse für alle Fragen und «nichts beschönigen» dürfe. «Wir erwarten ehrliche Antworten, die in Übereinstimmung mit dem Wassersport und der touristischen Nutzung zu bringen sind.»

Hermann-Josef Bongard (FDP) wusste, dass es auch «Ängste und Befürchtungen» gebe, umso mehr sei eine transparente Diskussion erforderlich.

Dr. Markus Hakes, Trianel-Projektleiter Wasserspeicherkraftwerke Deutschland, betonte, dass es bei der Bauzeit «ein gewisses Restrisiko» gebe, aber Ziel sei es, innerhalb eines Jahres den Entnahmeturm zu bauen. Zum praktischen Betrieb des Kraftwerkes widersprach Hakes der landläufigen Vorstellung, dass ruckartig sieben Millionen Kubikmeter Wasser zwischen Ober- und Unterbecken ausgetauscht würden. Die bewegten Mengen seien weitaus geringer, und häufig werde das Kraftwerk nur unter Teillast gefahren.

Info für Bürger zum Kraftwerk-Sachstand

Über den aktuellen Sachstand bei der Planung des Speicherkraftwerkes Rursee soll bei einer weiteren Bürgerversammlung auf Initiative von Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns informiert werden. Diese Veranstaltung mit Vertretern des WVER und der Trianel GmbH findet statt am Mittwoch, 2. Mai, um 19 Uhr, in der Aula der Hauptschule Simmerath.

Quelle: Eifeler Zeitung





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Letzte Änderung: 24-Aug-2012

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