Presse-Berichte

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Mai 2012

Quelle der Artikel, falls nicht besonders gekennzeichnet, Eifeler Zeitung.
Berichte aus 2008- 2012 finden Sie im Archiv

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Berichte aus der Tagespresse, ungekürzt und unzensiert.
Inhalt/Themen
Mai 2012
Kinderförderung
Umsatzeinbußen/Leerstand
Monschau - Steuerschraube
N. Röttgen/NRW-Wahl
Neue Bänke am Rathaus
Pumpspeicherkraftwerk





Simmerath

26.05.2012

Förderung der Kinder aus einkommensschwachen Familien wird wenig genutzt
Bürokratische Hemmnisse stören

Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) will noch stärker bei bedürftigen Familien für das Bildungspaket werben. „Wenn Info-Briefe und gezielte Ansprache in Kitas und Schulen nicht reichen, müssen Sozialarbeiter eben vor der Tür stehen und bei den Eltern nachfassen.“

Die Gemeinde Simmerath solle einen „verbindlichen Inklusionsplan“ erstellen, hatte die SPD beantragt, doch dass das Thema nun sogleich in den Generationen- und Sozialausschuss kam, war den Sozialdemokraten zu früh. Man hatte zunächst einen Grundsatzbeschluss des Rates erwartet. Im Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde der Antrag verkürzt auf Inklusion in den Schulen, wo man allerdings auf verbindliche Regelungen wie auch Mittelzusagen des Landes warten wolle. Im Übrigen verwies Bürgermeister Hermanns darauf, dass die Gemeinde schon viele kleine Schritte zur Umsetzung der Inklusion, worunter man die Teilhabe Behinderter am öffentlichen Leben verstehe, in die Wege geleitet habe, wie die Absenkung der Bürgersteige an Fußgängerüberwegen, barrierefreie Zugänge zum Rathaus wie auch zur im Bau befindlichen Schwimmhalle, und schließlich erhalte das alte Hauptschulgebäude mit der Sanierung einen Fahrstuhl, damit auch körperbehinderte Kinder zukünftig am Regelunterricht teilnehmen könnten.

Nicht ganz 290 000 Euro hat die Gemeinde Simmerath 2011 für Hilfen zum Lebensunterhalt und Grundsicherungsleistungen ausgegeben, war dem Sozialplan, der dem Sozialausschuss vorgelegt wurde, zu entnehmen. Verwunderung löste die Tatsache aus, dass für die 114 Kinder, die Anspruch auf Zuschüsse haben, nur für 37 Kinder Anträge gestellt wurden. Als Grund nahm man bürokratische Hemmnisse an; die Schulen jedenfalls, so der Bürgermeister, informierten ausreichend über diese Möglichkeiten, auch Kindern aus einkommensschwachen Familien die Mitgliedschaft in Vereinen zu ermöglichen.(Mü)

Quelle: Eifeler Zeitung

 


Simmerath

24.05.2012

Angst vor Umsatzeinbußen und Leerstand
Gemeinde Simmerath äußert „erhebliche Bedenken“ gegen Pläne der Stadt Monschau im Gewerbegebiet Imgenbroich Nord-West



Selbst mit den abgespeckten Monschauer Plänen im Gewerbegebiet Imgenbroich Nord-West kann sich im Simmerather Rathaus niemand anfreunden. Foto: Heiner Schepp

Von Ernst Schneiders

„Wir sind nicht die Verhinderer oder die bösen Buben!“ Simmeraths Beigeordneter Roger Nießen schiebt allen Spekulationen einen Riegel vor, die Gemeinde sei mit ihrer ablehnenden Haltung zum von der Stadt Monschau geplanten Gewerbegebiet Imgenbroich Nord-West dem Nachbarn, zu dem das Verhältnis traditionell etwas störanfällig ist, ohne sachlichen Grund in die Parade gefahren.

Beigeordneter Roger Nießen: „Keine Verhinderer oder böse Buben.“ Foto: Ernst Schneiders
Der Planungsausschuss der Gemeinde hatte am Dienstagabend, nach Nießens Worten ohne große Emotionen und einstimmig, den Plänen der Nachbarkommune eine Absage erteilt und gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes „erhebliche Bedenken“ geäußert.

In der Vergangenheit hatte die Gemeinde Simmerath schon einmal Bedenken gegen das Großprojekt vorgebracht, was man im Monschauer Rathaus zum Anlass nahm, die Pläne einzudampfen. Doch auch diese abgespeckte Version macht im Simmerather Rathaus niemanden glücklich.

Ganze Liste von Argumenten

Bei Umsetzung der überarbeiteten Planung mit nunmehr einem Lebensmittel-Vollsortimenter (Verkaufsfläche 3000 Quadratmeter) und einer so genannten Vorkassenzone (Bäckerei, Schlüsseldienst, Kiosk etc.) von 200 bis 300 Quadratmetern befürchtet man in Simmerath eine erhebliche Umsatzumverteilung in den Segmenten Lebensmittel und Drogerie, mit erheblichen Leerständen im Ort als letzte Konsequenz. In der Vorlage der Verwaltung für den Planungsausschuss ist von insgesamt 2,5 Millionen Euro die Rede.

„Die Größenordnung des geplanten Lebensmittelmarktes geht weit über die Nahversorgung hinaus“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung, die sie als Verfahrensbeteiligte abgeben wird. Das Gutachten lege einen Einzugsbereich von 36 240 Einwohnern zugrunde, wobei Monschau lediglich über 12 440 Einwohner verfüge. Das bedeute im Umkehrschluss, dass zwei Drittel der Kaufkraft aus den Nachbarkommunen Simmerath und Roetgen abgezogen würden. Der bis 2030 prognostizierte Bevölkerungssrückgang werde diese Entwicklung noch verschärfen.

Nicht einverstanden ist man im Simmerather Rathaus ferner, dass die Stadt Monschau ihre Pläne unter anderem mit ihrer Funktion als Mittelzentrum begründe. Nach dem Landesentwicklungsprogramm hätten Mittelzentren die Funktion, den gehobenen Bedarf für die ihnen zugeordneten Bereiche zu decken. Davon könne in Imgenbroich Nord-West allerdings keine Rede sein. Dort gehe es um die Grundversorgung. Das Monschauer Vorhaben „behindert daher die Gemeinde Simmerath, die Grundversorgung ihrer Bevölkerung selbst sicherzustellen“. Geschädigt werde auch die Nahversorgung in Eicherscheid.

Schließlich und endlich wird in der verabschiedeten Stellungnahme darauf verwiesen, dass der ins Auge gefasste Standort außerhalb des zentralen Versorgungsbereichs der Stadt Monschau liege und wegen der dort verlaufenden Höckerlinie, wie der Westwall aus der Nazi-Zeit auch genannt wird, „ein räumlicher und funktionaler Zusammenhang zum bestehenden zentralen Versorgungsbereich nicht zu erkennen“ sei.

Roger Nießen ist erleichtert, dass es im so genannten Strikt-Arbeitskreis, wo städteregional die Einzelhandelskonzepte auf dem Prüfstand stehen, auch andere Stimmen gibt, die Bedenken gegen das Monschauer Projekt haben. Diese Stimmen kämen aus Kommunen, die in keiner Weise tangiert seien. Nießen: „Ich bin froh, dass man dort unsere Auffassung teilt.“ Auch sei das ein Beleg dafür zu werten, dass das Thema im Simmerather Rathaus ausschließlich „sachlich und fachlich“ behandelt werde.

Sollte es aber noch eines weiteren Beweises bedürfen, verweist Beigenordneter Nießen auf die Haltung der Gemeinde zum Thema Baumarkt in Monschau. Dagegen gebe es in Simmerath keine Widerstände, weil man im Rathaus der Meinung sei, dass der Wettbewerb in diesem Segment gefördert werden solle. „Daran erkennt man, dass wir die Dinge objektiv sehen.“

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Monschau

24.05.2012

Monschau dreht an der Steuerschraube
Die genaue Höhe der Sätze für Grund- und Gewerbesteuer legt jedoch erst der Stadtrat am 12. Juni fest. Seit 2003 keine Anpassung.



Monschau. Der Schraubschlüssel ist angesetzt, aber die Mutter noch nicht fest angezogen: Da man sich über die genaue Höhe der künftigen Steuersätze noch interfraktionell beraten möchte, vertagte der Monschauer Haupt- und Finanzausschuss die Erhöhung von Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer auf die Sitzung des Stadtrates am 12. Juni. Fest steht aber: Besitzer von bebauten und landwirtschaftlich genutzten Grundstücken sowie Gewerbetreibende im Bereich der Stadt Monschau werden schon für 2012 tiefer in die Tasche greifen müssen.

Noch hat Monschau für das laufende Jahr keinen Haushalt aufgestellt, aber „inzwischen sind externe Einflüsse greifbar, die das Haushaltsergebnis gegenüber den bisherigen Erkenntnissen maßgeblich beeinflussen“, verwies Kämmerer Franz-Karl Boden auf das Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG), die Städteregionsumlage oder den mit 3,5 Prozent „außergewöhnlich hohen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst“, den er jedem Mitarbeiter von Herzen gönne, der ihn als Kämmerer jedoch vor Probleme stelle. Zum GFG liegen nach der Auflösung des NRW-Landtages zwar bislang nur ein Entwurf und die Modellrechnung vor, doch dürften sich die Zahlen für Monschau unter einer noch stabilisierten rot-grünen Landesregierung kaum großartig ändern.

Verschlechterung

„Ohne Anpassung der Realsteuerhebesätze würde sich danach alleine in diesen Ertrags- und Aufwandsbereichen die Ausgangsbasis für die Haushaltssicherung im Vergleich zu den letztjährigen Annahmen um rund 350 000 Euro verschlechtern“, rechnete Franz-Karl Boden vor und kam zu dem Ergebnis: „Angesichts des – ohne diese zusätzliche Verschlechterung – prognostizierten negativen Ergebnisses von rund 6,6 Millionen Euro Defizit hält die Verwaltung es für unumgänglich, die Hebesätze für die Realsteuern ab 2012 auf die vorgelegten Beträge anzuheben.“

Der Vorschlag der Verwaltung sieht eine Anhebung der Steuersätze von rund 20 Prozent vor. Danach soll die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe von 250 auf 300 Prozentpunkte klettern, bei der Grundsteuer B würden künftig 465 statt bisher 391 Prozent fällig und die Gewerbesteuer würde von 407 auf 435 von Hundert angehoben.

„Das ist happig“, bemerkte SPD-Sprecher Gregor Mathar und auch sein CDU-Gegenüber Micha Kreitz kündigte an, dass man „diese Sätze so nicht werde mittragen können“. Kreitz erinnerte an das Neun-Punkte-Konsolidierungsprogramm seiner Partei, dass auch den Leitgedanken Sparen und Einnahmeverbesserung beinhalte und dabei konkret eine „Prüfung der Steuersätze“ nennt. Seit 2003 seien die Steuersätze nun unverändert, und noch im Vorjahr habe man die eigentlich gebotene Erhöhung nicht vorgenommen. „Aber dieses Jahr müssen wir ran“, rief Kreitz alle Fraktionen auf, sich der Situation zu stellen und den unbequemen Schritt zu tun. Im Vorschlag der CDU fiel die Anpassung allerdings moderater aus: 295 Punkte für die Grundsteuer A, 445 für die Grundsteuer B und 415 von Hundert für die Gewerbesteuer, nannte Micha Kreitz Zahlen und rechnete vor, dass dies für Besitzer eines durchschnittlichen Grundstücks mit Einfamilienhaus eine Mehrbelastung von 42 Euro jährlich bedeuten würde. Wie Bürgermeisterin Margareta Ritter später ergänzte, betrüge die Mehrbelastung des gleichen Durchschnitts-Grundbesitzers bei Annahme des Verwaltungsvorschlags für die Grundsteuer B (465 Prozent) 54 Euro pro Jahr.

SPD-Sprecher Gregor Mathar mahnte vor allem eine gerechte Lösung und eine gleichmäßige Verteilung auf alle Gruppen an, wenn es nun an die Herkulesaufgabe gehe, die Finanzen der Stadt in Ordnung zu bringen.

Regionales Gleichgewicht

Mathar plädierte für eine „Erhöhung mit Augenmaß, die auch ein regionales Gleichgewicht“ im Auge behalte. „Besonders bei der Gewerbesteuer sollten wir nicht abheben“, empfahl der Sozialdemokrat mit Blick auf die Nachbarn und den Konkurrenzkampf um neue Gewerbeansiedlungen. Gregor Mathar hielt die vom Kämmerer angeregten Sätze für eine „bewusst überhöhte Vorlage, um zum gewünschten Wert zu kommen“, doch dem widersprach die Bürgermeisterin energisch: „Die Steuersätze sind keine Verhandlungsmasse wie beim Autokauf, wo man sich nachher irgendwo in der Mitte trifft. Die Vorschläge des Kämmerers sind das Ergebnis sorgfältiger Berechnungen und ein ganz wichtiger Beitrag in unserem Bemühen um eine Haushaltskonsolidierung“, stellte Ritter klar.

Gleichziehen als Signal

Werner Krickel (Grüne) bewertete eine Anhebung der Steuersätze ebenfalls als unumgänglich, man müsse „schon dem Gesetzgeber gegenüber jetzt den guten Willen zeigen, ehe dieser uns die Stolberg- Sätze vorschreibt“ (siehe Box).

Krickel appellierte aber auch an das Verständnis der Bürger für die unpopuläre Maßnahme, denn die Steuergelder würden „ja nicht sinnlos verplempert“, sondern für gutes Wohnen und Leben (Grundsteuer) bzw. gute Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten (Gewerbesteuer) verwandt. Werner Krickel hält nichts davon, auf Teufel komm raus unter den Steuersätzen der Nachbarn zu bleiben, da sei „ein Gleichziehen mit Simmerath und Roetgen dass bessere Signal“, so der Grünen-Sprecher.

Mit Gregor Mathars Vorschlag, die endgültigen Sätze im interfraktionellen Gespräch zu erörtern und erst im Rat zu beschließen, konnten sich schließlich alle Mitglieder im Hauptausschuss anfreunden. (hes)

Die Steuersätze der
Nachbarkommunen

Sollte der Rat die von der Verwaltung vorgeschlagenen neuen Hebesätze verabschieden, würde die Stadt Monschau zumindest die Südkreiskommunen steuermäßig überholen. Aktuell sind in den Nachbarkommunen folgende Sätze zu zahlen (jeweils Grundsteuer A, Grundsteuer B, Gewerbesteuer):

Simmerath: 300/450/420 Punkte
Roetgen: 270/427/426 Punkte
Aachen: 305/495/445 Punkte
Stolberg: 495/495/495 Punkte

Aktuell sind in der Stadt Monschau 250/391/407 Prozentpunkte in der Hebesatzung festgeschrieben. (hes)

Quelle: Eifeler Zeitung




Ist die "Stärkste Frau Europas", den Drohungen eines bayerischen Wadenbeissers erlegen?

Merkel feuert Röttgen

Die nordrhein-westfälische CDU äußert sich "erschreckt" über das Aus für Norbert Röttgen als Bundesumweltminister.

Die NRW-CDU stellt sich hinter den gefeuerten Umweltminister.

Der Chef der Düsseldorfer Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, kritisierte den Rauswurf scharf. "Die heutige Entlassung von Norbert Röttgen erschreckt mich. Ich verstehe nicht, dass Norbert Röttgen bis Sonntagabend 18 Uhr als der hervorragende Umweltminister galt, der er war, und heute entlassen wird", sagte Laumann am Mittwoch in Düsseldorf. Er gilt als einer von zwei möglichen Nachfolgern von Röttgen als NRW-CDU-Landeschef.


Stimmen zum Wahlausgang

Bernd Goffart, Simmeraths CDU-Vorsitzender, hatte zwar nicht mit einem Traumergebnis für die Union gerechnet, aber „nur 26 Prozent, das ist schon sehr schlecht, da kann man nichts schönreden“. Goffart, der sich freute, dass Axel Wirtz noch über die Landesliste der Partei in den neuen Landtag einzieht, erwartet von der neu gewählten Landesregierung in der Gemeindefinanzierung ein anderes Prozedere. Es sei zwar bisher mehr Geld für die Kommunen ausgegeben worden, doch sei das „in den großen Städten im Ruhrgebiet gelandet“. Simmerath hingegen habe de facto 1,6 Millionen Euro weniger in der Kasse. Goffart: „Das muss anders werden!“


Als „verheerend“ bezeichnet Micha Kreitz, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Monschauer Stadtrat, das Wahlergebnis , das „leider auch in abgeschwächter Form auf Monschau durchgeschlagen“ sei. Die Stimmungslage sei bereits seit geraumer Zeit schlecht gewesen: Der „Skandal“ um den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff und dessen Amtsauffassung, die „nicht vermittelbare Diätenerhöhung in NRW“ und ein Spitzenkandidat Röttgen, „der sich noch nicht einmal zu NRW bekennt, die Parteibasis nicht in den Wahlkampf einbezieht und die Sorgen und Nöte der Menschen im Land nicht ernst nimmt“.


Dem Rücktritt von Norbert Röttgen als Landesvorsitzender müsse „zwangsläufig der Rücktritt seines überforderten Generalsekretärs Wittke folgen“
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Einziger Lichtblick für Kreitz an diesem für die Union so desaströsen Abend: Die „Linksextremen“ hätten nicht wieder den Einzug ins Landesparlament geschafft.

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten
 

Simmerath

Vorerst nur Schönheitsreparaturen am Rathausplatz
Neue Bänke aufgestellt
Eine Initiative des Ortsvorstehers und der CDU

17.05.2012

Für gut befunden: Auch Margret Kreutz und Stefan Könnicke von der Senioren-Residenz Simmerath freuen sich mit Bewohnern über die neuen, bequemen Bänke auf dem Rathausplatz. Foto: P. Stollenwerk



Mit den Jahren an Bedeutung gewonnen hat der Rathausplatz in Simmerath. Zunächst stand hier nur einsam das Rathaus, dann kamen die ersten Geschäfts- und Wohnblocks hinzu, ehe das städtebauliche gelungene Ensemble der Seniorenresidenz die bauliche Umschließung des Platzes komplettierte.

Einig ist man sich in der Simmerather Ortspolitik und im Rathaus darüber, dass nun auch der Rathausplatz einer Aufwertung bedarf. Bereits 2009 wurde dieser Beschluss gefasst und die ersten Pläne machten die Runde, aber aus finanziellen Grund musste das Projekt immer wieder zurückgestellt werden; andere Maßnahme genossen höhere Priorität.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns möchte dennoch an einer zeitnahen Umgestaltung des Platzes festhalten, weiß aber, dass weder der diesjährige noch der kommende Haushaltsplan für die aufwändige Maßnahmen den erforderlichen finanziellen Spielraum bereithält. Wenn der Platz ein neues Gesicht erhält, betont der Bürgermeister im Pressegespräch, dann müsse auch sichergestellt sein, dass der gesamte Bereich barrierefrei gestaltet werde. So ist geplant die Treppenanlagen zwischen Rathausplatz und dem tiefer gelegenen Parkplatz hinter dem Rathaus einzuebnen und eine stufenlose Verbindung zu schaffen.

Da dies aber noch Zukunftsmusik ist, konzentriert sich das Augenmerk vorerst noch auf kurzfristige Maßnahmen zu Attraktivitätssteigerung des Platzes. Mit der Neuordnung des Parkens , die Ende vergangenen Jahres umgesetzt wurde, ist der optische Gesamt-Eindruck bereits verbessert worden. Ob nach der Umgestaltung des Platzes das Parken wieder erlaubt wird, ist derzeit noch offen.

Die drei Stufen, die vom Parkplatz zum Rathausplatz hinabführen, werden mit einem Handlauf ausgestattet, und der Bequemlichkeit dient auch eine weitere Maßnahme. Auf dem Rathausplatz wurde ein halbes Dutzend neuer Ruhebänke aufgestellt. Diese Bänke verfügen nun, im Gegensatz zum bisherigen Mobiliar, auch über Rückenlehnen. Diese Anregung aus den Reihen der Bewohner der gegenüberliegenden Seniorenresidenz nahm man im Rathaus gerne als praktische Anregung entgegen. An einigen der Bänke sollen jetzt auch noch kleine Tische aufgestellt werden.

Der Barrierefreiheit dient auch die bereits vor einiger Zeit errichtete Rampe am Rathauseingang, die bis zur Neugestaltung des Platzes eine Übergangslösung ist. Ob dann auch im Rathaus selbst noch Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit ergriffen werden können, ist eine andere Baustelle. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns: Da müssen wir schauen was möglich ist.»

Quelle: Eifeler Zeitung


Simmerath

Großprojekt mit unbekannten Größen
Wasserspeicherkraftwerk Rursee: Viele Fragen können jetzt noch nicht beantwortet werden. Starkes Interesse der Bürger.

Vor großem Publikum: Zum Speicherkraftwerk Rursee äußerten sich v.li. Elmar Thyen (Trianel), Herbert Polczyk (WVER), Dr. Christof Schöpfer (Trianel), Dr. Markus Hakes (Trianel), Dr. Hubert Lohr (Fachgutachter) und Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Foto: P. Stollenwerk

Rurberg. Es wäre ein Jahrhundert-Projekt, wenn das Pumpspeicherkraftwerk Rursee gebaut würde, aber ein solches Großprojekt mit 700 Millionen Euro Investitionskosten braucht Zeit, und es müssen, wie man so gerne sagt, dicke Bretter gebohrt werden. Eine Unmenge von Planungsschritten ist abzuarbeiten, und da liegt es auf der Hand, dass sich nicht alle paar Monate ein neuer Sachstand ergibt.

„ Eine Energiewende, die niemand merkt, geht nicht.“

Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister Simmerath

Dass sich auch der Stadtwerkeverbund Trianel als Initiator des Wasserkraftwerkes ebenfalls noch im Anfangsstadium befindet und es noch mit vielen unbekannten Größen zu tun hat, wurde auch deutlich bei der zweiten Bürgerinformation der Gemeinde Simmerath, die am Mittwochabend im Antoniushof Rurberg stattfand. Rund 300 Bürger füllten alle Stuhlreihen, und es mangelte bei der gut einstündigen Diskussion nicht an Fragen, deren es zum jetzigen Zeitpunkt noch mehr als Antworten gibt.

Zuvor hatten die Experten auf dem Podium in Kurzvorträgen 105 Minuten lang aus unterschiedlichen Perspektiven den Sachstand des Projektes dargestellt.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns als Gastgeber kündigte am Ende weitere Infoveranstaltungen auch außerhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren der Öffentlichkeit an, bei denen es darum gehe, strittige Punkte zu diskutieren und Wissensdefizite aufzuarbeiten. Es sei noch lange kein Beschluss gefasst, „aber wir sollten diese Jahrhundertchance für Simmerath und Region ernsthaft prüfen.“ Auch Eingriffe in die Umwelt würden sich nicht vermeiden lassen: „Eine Energiewende, die niemand merkt, geht nicht.“

Wie mehrfach berichtet, plant Trianel die Errichtung eines 640 Megawatt-Wasserkraftwerkes. Nach jetzigem Stand der Planung soll das Einlaufbauwerk in der Schilsbachbucht errichtet werden. Über ein Rohr mit sechs Metern Durchmesser soll dann das Rurseewasser in ein 7,5 Millionen Kubikmeter Wasser fassendes Oberbecken gepumpt werden, dass im Bereich Buhlert errichtet werden soll. Das Speichervolumen der Rurtalsperre beträgt rund 200 Millionen Kubikmeter.

In der Diskussion wurden Zweifel daran geäußert, ob die angestrebte Bauzeit von einem Jahr für den Entnahmeturm ausreichen wird, während von mehreren Vertretern der Segelvereine die Befürchtung laut wurde, dass das veränderte Strömungsverhalten im Rursee zu Turbulenzen führen werde, verbunden mit Wassereintrübungen durch Sedimente. Komme es es dann zu einem Unfall, „dann wird es bestimmt zu einer Neubewertung des Nebeneinanders von Pumpspeicherwerk und Freizeitnutzung kommen.“

Ein Dauerthema ist auch die Schwankung des Rurseepegels beim Kraftwerksbetrieb. Hier kann es zu Differenzen zwischen 1,30 und zwei Metern innerhalb von sechs Stunden kommen. Die Schwankungen, so gaben Segler zu bedenken, könnten in Uferflachzonen leicht 15 Meter Unterschied bedeuten.

Das zu erwartende Strömungsverhalten im Rursee hatte zuvor Fachgutachter Dr. Hubert Lohr erläutert. Veränderungen seien im weiteren Umfeld der Schilsbachbucht zu erwarten, wobei eine abschließende Bewertung noch ausstehe. Während ein gesunder Fischbestand mit den Strömungen problemlos leben könne, sei eher der Laich in Gefahr - dies vor allem in der Bauphase.

In diesem Zusammenhang erinnert Herbert Polczyk, Leiter des Unternehmensbereiches Talsperren beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER), daran, dass mit Unterstützung des Landes als Pilotprojekt eine rund 1000 Quadratmeter große Schwimminsel für die Fischbrut getestet werden soll, die sich dem Pegelhub anpasst.

Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass die Bauzeit von einem Jahr und die damit verbundene Absenkung des Pegels auf 240 Meter (März bis November) in jedem Falle eingehalten werden muss. Dieser Zeitrahmen ist im übrigen eine Bedingung des WVER.

Diskutiert wurden auch Planungsalternativen wie zum Beispiel die komplette Absperrung und Aufstockung des Schilsbachtales. Um hier aber den erforderlichen Wasservorrat für den Kraftwerksbetrieb anzustauen, müsste eine 90 Meter hohe Mauer errichtet werden. Allein die Bauzeit von drei Jahren lässt diese Möglichkeit unrealistisch erscheinen, wie auch die Ertüchtigung des vorhandenen Wasserkraftwerkes Heimbach. Gegen eine solche Planung spricht die Lage der Urfttalsperre im Nationalpark und das viel zu kleine Staubecken Heimbach.

Am Ende einer sachlich geführten Debatte aber dürften die Bürger mit dem Gefühl entlassen worden sein, dass man ihre Sorgen ernst nimmt, wie auch die Wünsche nach weiterem Gesprächsbedarf. (P. St.)

Trianel muss Budget für Tourismus bereitstellen

Eine hohe Herausforderung beim Pumpspeicherkraftwerk Rursee stellt auch die Anbindung an das Stromnetz dar, wie Dr. Christof Schöpfer von der Trianel GmbH bei der Bürgerinfo in Rurberg erläuterte. Ernsthaft in der Prüfung ist eine Trasse an eine 380 KV-Leitung in östlicher Richtung im Kreis Düren (Nähe Vlatten). Die Anbindung erfolgt zum Teil durch Nationalpark-Gelände und soll daher als Kombination eines Erdkabels und als Freileitung ausgeführt werden.

Grünes Licht hat der Gutachter bereits für die Staudämme der Rurtalsperre gegeben. Sie sind von der Bauweise her in der Lage, die Pegelschwankungen von zwei Metern ohne Probleme wegzustecken.

Ein interessantes Thema ist auch der Fachbeitrag zum Thema Auswirkungen des Kraftwerkes auf den Tourismus. In diesem Gutachten ist festgehalten, dass negative Auswirkungen auf den Tourismus nur in der Bauphase zu erwarten seien. Auch wird gesagt, dass Trianel ein nicht näher bezeichnetes Budget zur nachhaltigen touristischen Förderung der Region zur Verfügung stellen muss.

Der Informationsbedarf der Bürger zum Projekt ist nach wie vor groß. Daher kündigte Simmeraths Bürgermeister Hermanns eine weitere Bürger-Info zu gegebener Zeit an.

 

Quelle: Eifeler Zeitung





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Letzte Änderung: 03-Jun-2012

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